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Die Ballkinder – Hohe Anforderungen und spannende Erlebnisse

Ohne sie würde bei den Hamburg European Open nichts gehen. Die Ballkinder sorgen für einen reibungslosen Ablauf der einzelnen Matches – und haben einen besonderen Blick auf das Spiel.

Ihre Augen leuchten als sie von Dominic Thiem erzählen. Carlina und Moritz, 16 Jahre alt, sind Ballkinder bei den Hamburg European Open und schwärmen vom topgesetzten Österreicher. „Dominic Thiem ist der mit Abstand netteste Profi hier“, sagen sie. „Er wartet auf die Ballkinder, spielt ihnen die Bälle in die Hand und sagt Bitte und Danke.“, erklärt Carlina. Die beiden sind schon seit fünf Jahren dabei. Sie zählen damit zu den erfahrensten der insgesamt 64 Ballkinder, die vom Modelabel Inferno Ragazzi ausgestattet werden. Ihr Markenzeichen sind die grellen pinken oder grünen T-Shirts.

Pro Spiel sind zwei bis drei Teams mit sieben oder acht Kindern im Einsatz, von denen jeweils sechs zeitgleich auf dem Platz stehen. Vor dem Turnier wurden sie in einem Casting ausgesucht und in ihren Aufgaben geschult. Drei Mitarbeiterinnen kümmern sich ausschließlich um Betreuung, Coaching und Organisation der Kids. „Gute Kommunikation unter den Ballkindern auf dem Platz ist auch wichtig, damit alles reibungslos abläuft“, erklärt Marei Dornbusch (32), eine der drei Verantwortlichen.

Wer auf dem Sand aktiv ist, muss sich 45 Minuten voll konzentrieren, den Ball steht’s verfolgen, an die Abläufe denken, und einfach sehr aufmerksam sein. Ist es sehr warm, sind die Ballkinder eine halbe Stunde am Stück im Einsatz, gewechselt wird stets während der Seitenwechsel. Jedes Ballkind ist pro Tag auf einem Platz im Einsatz, weil parallel das U21 Einladungsturnier läuft, wechseln die Ballkinder Mitte der Woche zwischen zwei verschiedenen Plätzen.

So ein Tag als Ballkind ist lang, er beginnt Morgens um 10 mit einer Besprechung, ehe um 11 Uhr das erste Match beginnt. In der Regel ist ein Ballkind bei allen vier Spielen auf seinem Court im Einsatz, teilweise also bis 20 Uhr. In den Pausen, die nach einem Einsatz jeweils 45 Minuten dauern, gucken Carlina und Moritz Tennis – ohne dabei tatsächlich auf das Spiel zu achten. Ihr Fokus liegt automatisch auf den anderen Ballkindern. „Mein Bruder ist dieses Jahr mit 12 Jahren das erste Mal dabei, ihm gucke ich gerne zu.“, erzählt Carlina. Auch Moritz, für den der Job als Ballkind der Einstieg als Schiedsrichter war, achtet als Beobachter auf die Ballkinder. „Neulich habe ich eine Verbandsmeisterschaft als Schiedsrichter geleitet, dabei habe ich mit einigen der Ballkinder von hier zusammengearbeitet, das war eine witzige Erfahrung.“, erzählt der Hamburger.

Dass man als Ballkind mal ganz groß rauskommen kann, weiß Michelle Kiener. Die Baslerin koordiniert die Ballkinder am Rothenbaum und war in ihrer Jugend als Ballmädchen bei den Swiss Indoors in Basel in einem Team mit einem Zwölfjährigen, mit großen Zielen: Roger Federer. 

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